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Bewegung – Warum Kraft und Ausdauer die Schlüssel zu gesundem Altern sind

Autorenbild: Hubert Müller
Hubert Müller
15. Okt.
3 Min. Lesezeit
Bewegung Kraft Ausdauer
Bewegung Kraft Ausdauer

Bewegung ist Medizin – in jedem Alter


Bewegung gehört zu den wirksamsten Maßnahmen, um möglichst lange gesund, leistungsfähig und selbstständig zu bleiben. Dabei geht es nicht darum, sportliche Höchstleistungen zu erreichen. Entscheidend ist, regelmäßig aktiv zu sein und den Körper auf unterschiedliche Weise zu fordern.


Besonders wirkungsvoll ist die Kombination aus Krafttraining, Ausdauertraining und alltäglicher Bewegung. Denn Muskeln, Herz und Kreislauf erfüllen unterschiedliche Aufgaben – und profitieren von verschiedenen Trainingsreizen.

Die gute Nachricht: Es ist nie zu spät, damit anzufangen. Auch mit 60, 70 oder 80 Jahren können Kraft und Ausdauer noch deutlich verbessert werden.



Krafttraining – Muskeln als Gesundheitsreserve


Mit zunehmendem Alter verlieren wir ohne gezieltes Training Muskelmasse und Muskelkraft. Dieser Prozess kann unsere Beweglichkeit, den Stoffwechsel und die Selbstständigkeit beeinträchtigen.


Muskeln sind jedoch weit mehr als Bewegungsorgane. Sie spielen eine wichtige Rolle für unseren Zuckerstoffwechsel und produzieren bei körperlicher Aktivität sogenannte Myokine – Botenstoffe, die verschiedene Körperfunktionen beeinflussen.


Regelmäßiges Krafttraining kann:

  • Muskelmasse und Kraft erhalten oder aufbauen

  • die Insulinempfindlichkeit verbessern

  • Knochen und Gelenke unterstützen

  • das Sturzrisiko im Alter verringern

  • die Selbstständigkeit im Alltag fördern


Schon zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche können viel bewirken. Dabei müssen es nicht unbedingt schwere Gewichte sein. Auch Übungen mit dem eigenen Körpergewicht oder an Trainingsgeräten sind geeignet.



Ausdauertraining – ein starkes Herz für ein langes Leben


Während Krafttraining unsere Muskeln stärkt, verbessert Ausdauertraining vor allem die Leistungsfähigkeit von Herz, Lunge und Kreislauf.


Regelmäßiges zügiges Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Nordic Walking kann den Blutdruck günstig beeinflussen, die Blutzuckerregulation unterstützen und die körperliche Belastbarkeit erhöhen.


Ein besonders interessanter Wert in der Longevity-Forschung ist die VO₂max. Sie beschreibt, wie viel Sauerstoff unser Körper bei maximaler Belastung aufnehmen und verwerten kann.

Eine höhere kardiorespiratorische Fitness ist in großen Beobachtungsstudien mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und vorzeitige Sterblichkeit verbunden.

Die VO₂max nimmt mit zunehmendem Alter häufig ab. Durch regelmäßiges Ausdauertraining lässt sie sich jedoch auch im höheren Lebensalter verbessern.



Warum Kraft und Ausdauer zusammengehören


Krafttraining und Ausdauertraining sind keine Gegensätze. Sie ergänzen sich hervorragend.

Krafttraining hilft uns beispielsweise, problemlos Treppen zu steigen, Einkäufe zu tragen oder aus einem tiefen Sessel aufzustehen.

Ausdauertraining sorgt dafür, dass wir längere Strecken zurücklegen können, ohne schnell außer Atem zu geraten.


Die Kombination ist deshalb besonders wertvoll: Wir erhalten nicht nur unsere Leistungsfähigkeit, sondern schaffen wichtige Voraussetzungen für ein aktives und selbstbestimmtes Leben.


Hinzu kommt die Alltagsbewegung. Jeder Spaziergang, jede Treppe und jede Unterbrechung längerer Sitzzeiten zählt.



Wie viel Bewegung ist sinnvoll?


Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Erwachsenen, auch im höheren Alter:

  • 150–300 Minuten moderate Ausdauerbewegung pro Woche, beispielsweise zügiges Gehen oder Radfahren.

  • Alternativ 75–150 Minuten intensive Ausdauerbelastung oder eine entsprechende Kombination.

  • Mindestens zweimal wöchentlich Krafttraining, das die großen Muskelgruppen beansprucht.

  • Im höheren Alter zusätzlich regelmäßig Übungen für Gleichgewicht und funktionelle Beweglichkeit.


Das klingt zunächst nach viel. Doch bereits kleine Bewegungseinheiten sind wertvoll. Wer bisher wenig aktiv war, beginnt am besten mit kurzen Einheiten und steigert die Belastung schrittweise.


Wichtig sind außerdem ausreichende Erholungszeiten. Denn Fortschritte entstehen durch das Zusammenspiel von Training und Regeneration.



💡 Mein Longevity-Tipp


Trainieren Sie nicht nur für Ihre Fitness von heute, sondern für Ihre Selbstständigkeit von morgen.


Eine ausgewogene Trainingswoche könnte beispielsweise so aussehen:

  • Montag: Krafttraining für den ganzen Körper

  • Dienstag: 30 Minuten zügiges Gehen oder Radfahren

  • Mittwoch: Krafttraining

  • Donnerstag: 30 Minuten Ausdauertraining

  • Freitag: Krafttraining oder Beweglichkeitsübungen

  • Samstag: Spaziergang, Gartenarbeit oder andere Alltagsbewegung

  • Sonntag: Erholung und leichte Bewegung


Dieser Plan ist ein Beispiel und sollte an den persönlichen Trainingszustand angepasst werden. Wer Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder andere gesundheitliche Einschränkungen hat, sollte insbesondere intensivere Belastungen vorher medizinisch abklären lassen.



Fazit – Bewegung ist eine Investition in die Zukunft


Gesundes Altern bedeutet nicht nur, möglichst viele Lebensjahre zu gewinnen. Entscheidend ist, diese Jahre aktiv, selbstständig und mit hoher Lebensqualität verbringen zu können.


Krafttraining erhält unsere körperlichen Reserven. Ausdauertraining stärkt Herz und Kreislauf. Alltagsbewegung hält uns mobil.


Zusammen bilden sie eine wichtige Grundlage für Gesundheit und Langlebigkeit.

Und das Beste daran: Jeder Schritt zählt.


Es kommt nicht darauf an, perfekt zu trainieren – sondern darauf, anzufangen und langfristig dranzubleiben.


Wissenschaftliche Quellen

1. Weltgesundheitsorganisation (WHO, 2020)WHO Guidelines on Physical Activity and Sedentary Behaviour.Empfehlungen zu Ausdauertraining, Muskelkräftigung und gesundem Altern.https://www.who.int/publications/i/item/9789240015128

2. Mandsager et al. (2018)Association of Cardiorespiratory Fitness With Long-term Mortality Among Adults Undergoing Exercise Treadmill Testing.JAMA Network Open. Beobachtungsstudie zum Zusammenhang zwischen Ausdauerfitness und Sterblichkeitsrisiko.https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2018.3605

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